Fortsetzung unseres Dauertests - Feb. 2009
Wir setzen unseren Ende 2008 zum ersten Mal veröffentlichten „Dauertest“ von Absicherungslösungen, der per 1.1.2008 begann, fort und betrachten nun den Zeitraum bis ins 1. Quartal 2009. Eine Auswertung des laufenden Quartals ist bereits möglich, da die Zinsfeststellung Anfang 2009 erfolgte.
Im Jahre 2008 stellte sich – bei hoher Volatilität an den turbulenten Finanzmärkten – letztendlich ein Rückgang der Kurzfristzinsen ein, der sich bis jetzt fortsetzte.
Zinskostendifferenz ungesichertes Darlehen vs. verschiedene Absicherungslösungen und Festzinsdarlehen Jan. 2008 - März 2009

Zinsswap
Herr Müller hatte mit steigenden Zinsen gerechnet und hiergegen mit dem Zinsswap eine Absicherung getroffen. Durch die entgegengesetzte Marktentwicklung, die nach den deutlichen Anstiegen des 3-Monats-Euribors 2008 eine Verringerung brachte, ergibt sich hieraus per heute ein leichter Nachteil gegenüber dem ungesicherten Darlehen. (Ein gleiches ökonomisches Ergebnis hätte ein seinerzeit aufgenommenes Festzinsdarlehen erwirtschaftet, wenngleich dieses gegenüber dem variablen Darlehen eine eingeschränkte Flexibilität, z.B. bei einer Umschuldung, aufweist.)
Collar
Der Collar von Herrn Schneider hat ihn vor den Kosten der unterjährig gestiegenen Kurzfristzinsen geschützt. Der Floor wurde jedoch zuletzt von den umso stärker gefallenen EURIBOR-Sätzen unterschritten, so dass Herrn Schneider hier – wie beabsichtigt – nur eine teilweise Partizipation an den Marktzins-Rückgängen zugute kam und der Floorsatz von 4,29 % gezahlt werden musste, was bislang per Saldo zu einer Mehrbelastung gegenüber dem Swap bzw. dem ungesicherten Darlehen führte.
Darlehen und Gehebelter Performance-Swap
Die Kombination aus Darlehen und Gehebeltem Performance-Swap von Herrn Schultz hat nicht überraschend von den Zinsrückgängen profitiert und durch die gehebelte Struktur signifikante Ersparnisse gegenüber dem ungesicherten Darlehen erzielt. Dies wurde jedoch mit einem erhöhten Risiko erkauft, wie in der Abbildung der Value-at-Risk-Analyse unten sichtbar ist. Das Wertschwankungsrisiko dieser Lösung liegt bei den gewählten Analyseannahmen demnach bei ca. 7 % des Nominalvolumens, was etwa dem 3,5-fachen Betrag des Swaps oder des Collars entspricht.
Risiko der einzelnen Absicherungsinstrumente
(nach Value at Risk-Methode, 10 Tage-Veränderung bei 99% Konfidenz)


